Stolz thront er in Gärten, säumt Wege durchs Buschland und prägt Landschaften mit der stillen Erhabenheit eines Zeitzeugen. Der Olivenbaum ist viel mehr als nur ein Baum: Im Gard ist er ein Wahrzeichen, ein lebendiges Erbe, eine Lebensart.

Der Olivenbaum: ein mediterranes Symbol mit Wurzeln im Gard

Im Gard ist der Olivenbaum zu Hause. Er gedeiht unter der großzügigen Sonne und dem manchmal launischen Mistral und verankert sich in einem für seine Entwicklung idealen Kalksteinterroir.
Als Baum des Friedens, der Weisheit und der Langlebigkeit verkörpert er allein die mediterrane Identität. Hier sind unzählige Generationen im Schatten seiner knorrigen Äste aufgewachsen, ihre Hände in frisch gepresstes Olivenöl getaucht.

Eine Produktion mit Rückenwind…
Das Departement Gard ist zwar nicht der größte Olivenproduzent Frankreichs, dennoch handelt es sich um eine Region der Spitzenklasse. Dort werden jedes Jahr Tausende Liter natives Olivenöl extra unter Beachtung der Traditionen produziert. Die Mühlen des Gard, die oft in Familienbesitz sind, bewahren das überlieferte Know-how und ziehen so immer mehr Feinschmecker und Köche an.
Der lokale Olivenanbau wird außerdem gekennzeichnet: Olivenöl aus Nîmes profitiert von a Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.), eine Garantie für Qualität und Rückverfolgbarkeit.

Eine Kultur zwischen Tradition und Moderne
Rund um Nîmes, Beaucaire, Uzès und Sommières schaffen Olivenhaine Landschaften, die ebenso ästhetisch wie nahrhaft sind. Weit entfernt von intensiver Landwirtschaft sprechen wir hier von nachhaltiger Anbau, kurze Lieferketten, Respekt vor dem Land und Förderung des kulturellen Erbes.
Ihm sind Feste gewidmet, wie das traditionelle Olivenfest in Corconne, das Picholine-Fest in Marguerittes oder das Olivenfest in Bellegarde. Die Möglichkeit, alles zu probieren, auszutauschen und neu zu entdecken, was dieser legendäre Baum zu bieten hat: Oliven, Öle, Seifen, Tapenaden usw.

Und Königin Picholine?

Wenn eine Sorte den Gard repräsentieren müsste, wäre es diese: Picholine. Klein, grün, knackig und leicht würzig schmeckt er als Aperitif ebenso gut wie in Öl hervorragend. Sie stammt ursprünglich aus Saint-Chamas in der Provence und fand im Gard eine ideale Wahlheimat. Heute ist es die am häufigsten angebaute Sorte im Departement. Ihre starke Persönlichkeit macht sie zu einer echten Botschafterin für lokale Produkte. In Terre d'Argence fördert die Genossenschaft 2B (Beaucaire und Bezouce) unter dem Vorsitz von Jean-Marie Etienne diese Olive und ihr Öl und gewinnt regelmäßig Preise bei Olivenölwettbewerben.

Olivenproduzent in Olivenhainen
Olivenproduzent in Olivenhainen

Die „2B Coop“ in Beaucaire

In Beaucaire bringt die Genossenschaft 2B leidenschaftliche Olivenbauern rund um traditionelles Know-how zusammen. Jedes Jahr presst sie lokale Oliven, hauptsächlich der Sorte Picholine, um ein natives Olivenöl extra mit authentischem Geschmack herzustellen. Die Genossenschaft setzt sich für einen nachhaltigen und lokalen Ansatz ein, fördert den Reichtum des Landes und bietet Öle, Tapenaden und lokale Produkte zum Direktverkauf an. Ein Ort des Teilens, des Geschmacks und der Leidenschaft.

Die Ölmühle Coop des 2 B – Beaucaire

Nîmes AOP Olivenöl

Das Olivenöl aus Nîmes ist das erste Olivenöl mit geschützter Ursprungsbezeichnung in Frankreich und ein Sinnbild für die Fachkompetenz des Gard. Hauptsächlich aus der Sorte Picholine hergestellt, verführt er mit seinen intensiven Aromen, seiner leichten Bitterkeit und seinem typisch fruchtigen Geschmack. Dieses mit Respekt vor der Tradition hergestellte Öl spiegelt die Identität eines von Sonne und Mistralwinden durchfluteten Terroirs wider. Als Garantie für Qualität und Herkunft gewährleistet die AOP eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Obstgarten bis zur Mühle.

Wiedergeburt eines widerstandsfähigen Sektors nach dem schrecklichen Frost von 1956

Nach dem verheerenden Frost von 1956, der die Olivenhaine Südfrankreichs verwüstete, musste sich die Olivenölindustrie in der Region Gard neu erfinden. Viele Erzeuger, die ihre Bäume verloren hatten, entschieden sich für eine Neuanpflanzung. Die Branche erholte sich allmählich durch die Gründung von Genossenschaften, die Modernisierung der Ölmühlen und die Wiederbelebung traditionellen Wissens. Ab den 1990er Jahren trug die Nachfrage nach hochwertigen regionalen Produkten zur Wiederbelebung des Olivenanbaus bei. Die Verleihung der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) „Olivenöl aus Nîmes“ im Jahr 2004 markierte einen Wendepunkt und unterstrich die Erneuerung und Widerstandsfähigkeit dieser Kulturpflanze.

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